Meine Veranstaltungen im Wintersemester 2017/2018

Einführung in die gesamte Strafrechtswissenschaft
Prof. Dr. Felix Herzog
VAK 06-027-1-103
Mo 14 – 16 / Mi 10 -12 HS0070

Die Veranstaltung soll eine erste Orientierung über das Phänomen “Kriminalität” und seine Verarbeitung durch das Kriminaljustizsystem bieten. Es geht im ersten Modul (bis Ende November) um die Korrektur von Medieneindrücken und Alltagstheorien über Verbrechen und Strafen; Theorien über die Ursachen von Kriminalität und über die Wirkungsweise des Strafrechts; die Freiheitsstrafe und das Gefängnis als Institution.
Im zweiten Modul lernen Sie nach einem Überblick zu Aufbau und Inhalt des StGB zunächst die verschiedenen Formen strafbaren Handelns und sodann die Methode der strafrechtlichen Falllösung kennen. Zu der Vorlesung wird ein abgestimmtes Lehrprogramm in Kleingruppen angeboten.

Einführung in die Kriminalpolitik
Prof. Dr. Felix Herzog
VAK 06-027-7-750
Mo 16 – 18 B 1070

Die Veranstaltung gliedert sich in einen Allgemeinen und einen Besonderen Teil. Der Allgemeine Teil wird von mir präsentiert, der Besondere Teil wird durch Recherchen und Präsentationen der Studierenden gestaltet.
Im Allgemeinen Teil werden die Grundbegriffe und wesentlichen politisch-gesellschaftlichen Rahmenbedingungen kriminalpolitischer Entwicklungen behandelt: Was ist Kriminalpolitik?; Verhältnis von Kriminalpolitik und Strafrechtsdogmatik; Verhältnis von Kriminalpolitik und allgemeiner Politik; Verhältnis von Kriminalpolitik und Medienöffentlichkeit; Perspektiven der Kriminalpolitik in Deutschland und Europa.
Im Besonderen Teil sollen exemplarisch die folgenden Felder der Kriminalpolitik von Ihnen vorgestellt werden:
1.) Welche Gründe haben zu den Forderungen nach einer Verschärfung des Sexualstrafrechts geführt? Wie sind diese Verschärfungen 2016 umgesetzt worden?
2.) Warum und in welcher Weise sollte der Mordtatbestand reformiert werden? Woran ist diese Reform gescheitert?
3.) In welchem (straf)rechtlichen Rahmen bewegt sich heute die Sterbehilfe? Besteht hier – auch mit Blick auf andere Länder – Reformbedarf?
4.) Sollte der Erwerb und Besitz von Cannabis verboten und unter Strafe gestellt sein? Was ist von Modellen „Cannabis als Medizin“ zu halten?
5.) Welche Mittel werden zur Bekämpfung des (islamistischen) Terrorismus benötigt und welche rechtsstaatlichen Grenzen hat die Terrorismusbekämpfung?
Für den Besonderen Teil wünsche ich mir studentische Expert(inn)en-Teams von je 4 Personen, die die Themen nach einer Vorbesprechung mit mir vorbereiten und präsentieren.

Unabhängigkeit der Richters
Präs. des HansOLG Bremen a.D. Wolfgang Arenhövel /Prof. Dr. Felix Herzog
VAK 06-027-7-759
Blockveranstaltung

Art. 97 Abs. 1 GG bestimmt:
(1) Die Richter sind unabhängig und nur dem Gesetze unterworfen.
Die richterliche Unabhängigkeit gilt – mit ihren Wurzeln in den Ideen der Gewaltenteilung, der Bindung des Richters an das Gesetz und der Trennung von Macht und Recht – als ein Grundpfeiler einer rechtsstaatlichen Rechtsordnung. Jede(r) Bürger/in soll die Sicherheit haben, dass über seinen Fall nicht nach gesellschaftlich mächtigen Interessen und politischen Vorgaben entschieden wird, sondern dass ein neutrales Gericht über den Fall nach Recht und Gesetz entscheidet. Die richterliche Unabhängigkeit besteht im Interesse der Rechtssuchenden, ist also kein Grundrecht und kein Standesprivileg der Richter. Allerdings gehört der Grundsatz der sachlichen und persönlichen Unabhängigkeit zu den hergebrachten Grundsätzen des richterlichen Amtsrechts gemäß Art. 33 Abs. 5 GG und räumt dem Richter daher ein grundrechtsähnliches Individualrecht ein, das ihn vor Eingriffen in seine richterliche Tätigkeit schützt.
Das Seminar soll sich mit den theoretischen Grundlagen und den praktischen Folgen dieser Ausgestaltung des Richteramts beschäftigen.

AT reloaded: Grenzfälle und Highlights
aus dem Allgemeinen Teil des Strafrechts

Prof. Dr. Felix Herzog / Prof. Dr. Ingeborg Zerbes
VAK 06-027-7-756
Blockveranstaltung

Der Allgemeine Teil des Strafrechts wurde in den 1970er-Jahren entwickelt, die Grundlagen gehen auf das Ende des 19. Jahrhunderts zurück.
Time has changed: Unser Leben und ist komplexer geworden, es gibt neue Risiken – Stichwort: technische Entwicklung –, menschliches Verhalten geht über die Staatsgrenzen hinaus, Krisenherde bleiben nicht regional sondern haben globale Auswirkungen. Eignet sich die alte strafrechtliche Zurechnungslehre überhaupt noch, um diese moderne Entwicklungen zu erfassen?
Unsere sehr verschiedenen Themen lassen sich unter dieser Fragestellung zusammenfassen, z.B.
- Zurechnung des Verhaltens einer Gruppe zu einzelnen Mitgliedern dieser Gruppe;
- die Strafbarkeit des Unternehmens als solches;
- Moderne Grenzen zwischen Vorsatz und Fahrlässigkeit bei komplexen Abläufen (z.B. in der Medizin);
- Schuldbegriff und aktuelle Ergebnisse der Hirnforschung;
- etc.
Termine und Ort
Vorbesprechung: N.N.
Weitere Termine und Orte: 25.1.-27.1., GW 1 C 2320

(in Kooperation mit dem Lehrstuhl Herzog)
Probleme des Verkehrsstrafrechts [anhand von Aktenfällen]
RA Thomas Noack, FA für Verkehrsrecht
VAK 06-027-7-753
Blockveranstaltung
Jede/r von Ihnen kann von einem strafrechtlichen oder ordnungswidrigkeitsrechtlichen Verfahren betroffen sein oder ist davon schon einmal betroffen gewesen. Vielleicht sind Sie in Ihrer Eigenschaft als Studierende des Rechts auch schon einmal von Freunden, Familienmitgliedern oder Kollegen um Rat gebeten worden. Geschwindigkeitsüberschreitungen, Trunkenheitsfahrten, Drängeln, falsches Überholen oder Fahrerflucht sind allgegenwärtige Delikte mit Täter/inne/n aus allen sozialen Schichten. Obwohl diese Delikte das „tägliche Brot“ in der anwaltlichen Praxis sind, kommen sie in der Ausbildung deutlich zu kurz.
Neben den Rechtsfragen wird Ihnen Herr RA Noack auch Einblicke in die praktische Vorgehensweise und strategische Überlegungen bei solchen Mandaten geben.




Mein Veranstaltungsprogramm für das Sommersemester 2017

Strafrecht Allgemeine Lehren einschließlich Strafrechtsschutz von Leben und Gesundheit
Vorlesung (mit SAK)

Die Veranstaltung bietet einen intensiven Durchgang der allgemeinen Lehren strafrechtlicher Zurechnung. Entsprechend der Systematik des Straftatsystems werden Kausalität und objektive Zurechnung, Vorsatz und Fahrlässigkeit, die Rechtfertigungs- und Entschuldigungsgründe, die Irrtumslehre, die Probleme strafbaren Unterlassens, Versuch und Rücktritt vom Versuch sowie Täterschaft und Teilnahme behandelt.
Dabei soll durch Norm- und Fallbezüge aus dem Bereich des Strafrechtsschutzes von Leben und Gesundheit verdeutlicht werden, dass es sich bei der Strafrechtsdogmatik nicht um gedankliche Turnübungen handelt, sondern dass die unterschiedlichen Positionen in Streitfragen für die Zurechnung strafrechtlicher Verantwortlichkeit weitreichende Konsequenzen haben können.

Seminar: Die Todesstrafe

Die berühmte NGO Amnesty International sieht es seit Jahrzehnten als eine Kernaufgabe an, für eine weltweite Ächtung der Todesstrafe zu kämpfen. In den Dokumenten von Amnesty International heißt es dazu: „Die Todesstrafe ist keine angemessene Antwort auf Mord und Kriminalität. Wo sich der Staat zum Richter über Leben und Tod aufschwingt, nimmt nicht Gerechtigkeit ihren Lauf, sondern Rache und Vergeltung. Die Botschaft von Amnesty International lautet deshalb unmissverständlich: Staaten können nicht gleichzeitig die Menschenrechte achten und die Todesstrafe verhängen und vollstrecken.“
Im Jahr 2015 wurden mindestens 1.634 Menschen weltweit in 25 Staaten exekutiert. Wir reden hierbei nicht nur über Länder wie den Iran und Saudi-Arabien, sondern auch über die USA (28 Hinrichtungen 2015). In dieser Zahl sind die in China Hingerichteten nicht enthalten, da dort Statistiken über die Todesstrafe als Staatsgeheimnis eingestuft sind. Es wird geschätzt, dass China nach wie vor jedes Jahr Tausende Menschen hinrichtet, mehr als jedes andere Land.

In dem Seminar wollen wir uns gemeinsam mit vielen Facetten der Tötung von Menschen durch den Staat im Namen von Recht und Gerechtigkeit befassen:
1. Gerechtigkeit durch tödliche Vergeltung? Die rechtsphilosophische Diskussion
2. Geschichte der Todesstrafe und ihrer Abschaffung
3. Der aktuelle Stand der Verbreitung der Todesstrafe
4. Die Todesstrafe als „grausame Strafe“ – Hinrichtungsmethoden
5. „Justizmorde“ – Todesstrafe an Unschuldigen und in unfairen Verfahren
6. Die Ächtung der Todesstrafe durch die EMRK und andere Menschenrechtsquellen
7. Die aktuelle Situation und Debatte in den USA
8. Todesurteile durch Militär- und Sondergerichte
9. Legale und extralegale Exekutionen im „Krieg gegen den Terrorismus“
10. Legale und extralegale Exekutionen im „Krieg gegen die Drogen“

Diese Themen sollen jeweils von kleinen Arbeitsgruppen vorbereitet und präsentiert werden. Ich strebe an, die Veranstaltung nach einem meeting zu Beginn des Semesters und der Verteilung der Themen im Juni 2017 als Blockveranstaltung durchzuführen.

Forschungsseminar: Juristenausbildung im Nationalsozialismus

In der Juristenausbildungsordnung von 1934 heißt es:
»Ziel der Ausbildung des Juristen ist die Heranziehung eines in seinem Fach gründlich vorgebildeten, charakterlich untadelhaften Dieners des Rechts, der im Volk und mit ihm lebt und ihm bei der rechtlichen Gestaltung seines Lebens ein unbestechlicher und zielsicherer Helfer und Führer sein will und kann. Um dies zu erreichen, muss die Ausbildung den ganzen Menschen ergreifen, Körper und Geist zu gutem Zweiklang bringen, den Charakter festigen und den Willen stärken, die Volksgemeinschaft im jungen Menschen zu unverlierbarem Erlebnis gestalten, ihm eine umfassende Bildung vermitteln und auf dieser Grundlage ein gediegenes fachliches Können aufbauen.«
Das Ziel des NS war die „Ausmerzung“ eines alten Juristentyps liberalistischer Prägung, der angeblich aufgrund „übermäßiger begrifflicher Aufspaltung des Rechts den Überblick über die natürlichen Zusammenhänge zwischen Volk, Sittlichkeit und Recht verloren“ hatte. Es sollte eine neue Form von “Rechtswahrern” erschaffen werden, die treu dem Führer dienten und seinen politischen Plänen und Visionen keine rechtlichen Bedenken entgegensetzten.
Wie wurde dieses Projekt umgesetzt? Leider gibt es keine Zeitzeugen mehr, die wir befragen könnten. Aber wir können in den zeitgenössischen juristischen Zeitschriften, in Dokumenten über das „Gemeinschaftslager Hanns Kerrl für Referendare“, in (Auto-)Biographien junger Juristen aus der Zeit, vielleicht auch in Archivmaterialen die Steine eines Mosaiks finden und vielleicht zu einem Bild zusammensetzen. In bewährter Weise wird Sie Dr. Kalmbach in der Forschungsphase in Gruppen unterstützen, Im Juni treffen wir uns dann zu einem Auswertungswochenende. Wenn Sie mögen an einem ländlichen Veranstaltungsort mit Übernachtung.

Master Komplexes Entscheiden: Normsetzungslehre – Sommersemester 2017

Die Veranstaltung zur Einführung in die Normsetzungslehre geht der Frage nach, wie im Rechtsstaat auf soziale Probleme reagiert werden kann und wie gesellschaftliche Gestaltungen vorgenommen werden können. In einem rechtlichen Zusammenhang, der sich über mehrere Ebenen von europäischen Vorgaben über den verfassungsrechtlichen Rahmen bis hin zu den unterschiedlichen nationalen Rechtsgebieten erstreckt, müssen Normen heute mit sehr komplexen Rücksichten gestaltet und umgesetzt werden. Hinzu kommt, dass sich an gesellschaftlichen Debatten über inhaltlich »richtige« und in der Umsetzung effektive Normen neben den Parteien zahlreiche Interessengruppen und die Öffentlichkeit unter Einbeziehung der Medien beteiligen.
Rechtstheoretisch wird diese schwierige Situation durch Debatten darüber verschärft, welche Regulierungsmethoden überhaupt zur Verfügung stehen und ob nicht der klassische Normsetzungsmodus der Gesetzgebung überstrapaziert wird oder gar überholt ist. So sind in den letzten Jahrzehnten verstärkt Selbstregulierung und Selbstverpflichtung, die Ersetzung von Regulierung durch Transparenz oder zivilgesellschaftliche soziale Kontrolle propagiert worden.
In dem ersten Block unserer Veranstaltung möchte ich Ihnen zunächst die Begriffe und Konzepte der Normsetzungslehre präsentieren. Im Anschluss daran gebe ich Ihnen einen längeren Text zur Nachbereitung.
In dem zweiten Block möchte ich mit Ihrer Unterstützung 8 Beispielsfelder aus Bereichen, in denen es konkrete Regulierungen gibt oder Regulierungen gefordert werden, besprechen. Jeweils eine Gruppe von max. 4 Personen soll uns das Feld präsentieren, damit wir im Anschluss Regulierungsoptionen diskutieren können. Die Felder liegen weit auseinander, erlauben es aber jeweils in die Breite zu diskutieren:
1. Sollte der Konsum von Cannabis verboten und unter Strafe gestellt sein?
2. Gibt es bestimmte (radikale/fundamentalistische) Formen des Glaubens, die an die Grenzen der Religionsfreiheit stoßen und durch Sicherheitsbehörden überwacht werden sollten?
3. Ist Doping im Sport ein verwerfliches Verhalten, auf das neben sportlicher Kontrolle und Sanktionierung auch mit staatlicher Sanktionierung reagiert werden sollte?
4. Muss das Angebot sexueller Dienstleistungen (Prostitution) staatlicher Kontrolle und Reglementierung unterworfen werden?
5. In welcher Weise sollte auf die offenkundigen Missstände in der Massentierhaltung (Beispiel: Geflügelhaltung) reagiert werden?
6. Welche Gründe gibt es dafür, dass die kommerzielle Hilfe zur Beendigung des Lebens bei schweren Krankheiten verboten worden ist?
7. Wie lässt sich das Angebot von Waren, die unter ausbeuterischen und gesundheitsgefährdenden Umständen produziert werden (Beispiel: Textilindustrie), verhindern?
8. Wie kann gesichert werden, dass Frauen in geschlechtergerechter Weise auf den Führungsebenen von Unternehmen vertreten sind?




Probleme des Verkehrstrafrechts – nun am 20. und 21. Januar 2017

Liebe Studierende,

herzlichen Dank für die enorme Resonanz auf meine Werbung für die Veranstaltung. Sie findet nun am Freitag/Samstag, dem 20. und 21. Januar 2017, statt. Die bei StudIP eingetragenen Teilnehmer/innen erhalten von mir weitere Informationen zur Vorbereitung per e-mail.




Probleme des Verkehrsstrafrechts [anhand von Aktenfällen] (zusammen mit RA Thomas Noack, FA für Verkehrsrecht)

Liebe Studierende,
die Veranstaltung müssen wir leider auf das Ende des Semesters verschieben. Am 4. Oktober lagen nur 6 Anmeldungen vor. Dies ist kaum begreiflich. Es handelt sich um eine sehr praxisrelevante Veranstaltung mit hohem Mehrwert – in Ihrer späteren Berufspraxis werden Sie ständig mit verkehrsstrafrechtlichen Mandaten konfrontiert sein und bei kompetenter Beratung diese Mandanten binden können.
Ich werde vor Weihnachten noch einmal für diese Veranstaltung werben. Wir hatten uns ca. 20 TeilnehmerInnen gewünscht.




Edda Weßlau zum Gedenken – Gedächtnisschrift soeben erschienen

Felix Herzog, Reinhold Schlothauer und Wolfgang Wohlers (Hrsg.)
Rechtsstaatlicher Strafprozeß und Bürgerrechte
Gedächtnisschrift für Edda Weßlau

Verlag Duncker & Humbot, Berlin 2016

In fast vierzig Beiträgen würdigen Kolleginnen und Kollegen aus Wissenschaft und Praxis die im April 2014 im Alter von nur 57 Jahren verstorbene Strafrechtswissenschaftlerin Edda Weßlau. Edda Weßlau war eine leidenschaftliche Prozessualistin und hat besonders die Debatte über verfahrensbeendende Absprachen im Strafprozess mit ihrer Habilitationsschrift über Das Konsensprinzip im Strafverfahren
(2002)
nachhaltig geprägt. Es war ihr stets ein besonderes Anliegen, den Schutz von Bürgerrechten bei der Strafverfolgung zu sichern. Schon früh hat sie die Bedeutung des Datenschutzes bei der Ausgestaltung von polizeilicher Gefahrenabwehr und Strafverfolgung erkannt. Ihr besonderes Augenmerk galt dabei geheimdienstlichen Operationen und der (internationalen) Zusammenarbeit von Sicherheitsbehörden. Diese und weitere Interessengebiete der Verstorbenen greifen die Autorinnen und Autoren der Gedächtnisschrift auf.




Ankündigung meiner Lehrveranstaltungen für das Wintersemester 2016/17

Strafrecht III: Delikte gegen Eigentum/Vermögen; Anschlussdelikte; Delikte gegen kollektive Rechtsgüter und andere ausgewählte Bereiche des Besonderen Teils
mit Hausarbeit zum Abschluss des Semesters

Montag 12 – 14 Uhr und Dienstag 8 – 10 Uhr jeweils im HS 0070

Die Veranstaltung beginnt mit den häufigsten Delikten wie Diebstahl, Betrug (auch in der modernen Ausprägung des Computerbetrugs) und Unterschlagung. Es geht um Raub und raubähnliche Delikte, Erpressung sowie Delikte nach der Tat (Hehlerei, Begünstigung und Strafvereitelung). Sodannn beschäftigen wir uns mit Aussagedelikten und falscher Verdächtigung.
Aus den weiteren Delikten des Besonderen Teils möchte ich Ihnen wegen der praktischen Bedeutung und kriminalpolitischen Aktualität das Verkehrsstrafrecht, Brandstiftungsdelikte, Urkundenfälschung und Amtsdelikte sowie eine Einführung in das Sexualstrafrecht präsentieren.
Die Veranstaltung wird durch die Fallübung von Herrn Professor Dr. Gerhold begleitet.
Wir werden Ihnen weiterführende Arbeitsblätter und die Vorlesungsfolien online zur Verfügung stellen.
Das Semester schließt für Sie mit einer Semesterhausarbeit.
Als Lehrbücher empfehle ich Wessels/Hillenkamp, Strafrecht BT 2, oder Rengier, Strafrecht BT I und II, jeweils in der neuesten Auflage.

Einführung in die Kriminalpolitik (zusammen mit Prof. Dr. Ingeborg Zerbes)
Dienstag 16 – 18 GW 1 B 2130
Thema
Kein Tag ohne Skandal – kein Tag ohne den Ruf nach strafrechtlicher Aufarbeitung. Welche politischen Forderungen sind berechtigt oder: Was soll und was kann das Strafrecht leisten? In der Lehrveranstaltung soll eine kritische und sachliche Auseinandersetzung dazu stattfinden. Wir werden die bereits gefundenen oder erst vorgeschlagenen (straf-) gesetzlichen Lösungen, durch die bestimmte gesellschaftliche Missstände ausgeräumt werden sollen, hinterfragen.
Wir werden uns somit mit Kriminalpolitik beschäftigen. Sie bezeichnet einerseits die Auseinandersetzung in der Strafrechtwissenschaft darüber, inwiefern auf soziale Probleme mit Strafrecht reagiert werden soll und welche verfassungsrechtlichen Bindungen bestehen. Andererseits ist Politik mit Strafrecht und durch Strafrecht eine ständige Praxis politischer Kräfte. Zur Kriminalpolitik zählt dabei nicht nur die Frage, ob bestimmte Verhaltensweisen mit Strafe bedroht werden sollen, sondern auch, welche alternative Lösungen es geben könnte, wie das Strafverfolgungsrecht gestaltet werden soll, welche Arten von Strafen und welche Strafrahmen vorgesehen werden sollen, wie Bewährungshilfe gestaltet werden soll etc. Bei derartigen Fragen ist offensichtlich, dass eine belastbare Antwort auf der Kenntnis empirischer Grundlagen aufbaut.

Aufbau und konkreter Inhalt
Die Veranstaltung gliedert sich in einen Allgemeinen und einen Besonderen Teil. Der Allgemeine Teil wird wesentlich von uns beiden gestaltet – aber natürlich werden wir Sie intensiv einbeziehen. Den Besonderen Teil gestalten Sie durch intensive Vorbereitung und Präsentation eines Themas. Hierdurch erlangen Sie auch Ihre Prüfungsvorleistungen.
Im Allgemeinen Teil werden die Grundbegriffe und wesentlichen politisch-gesellschaftlichen Rahmenbedingungen von kriminalpolitischen Entwicklungen behandelt: Was heißt Kriminalpolitik und was sind ihre Methoden? Wir werden uns zunächst mit den Basics dieses Wissenschafts- und Politikfeldes befassen: mit dem Begriff der Kriminalpolitik, dem Strafverfassungsrecht, dem Verhältnis von Kriminalpolitik und Strafrechtsdogmatik, dem Verhältnis von Kriminalpolitik und allgemeiner Politik (z.B. Rechtspopulismus und „law and order“-Politik), dem Verhältnis von Kriminalpolitik und Medienöffentlichkeit.
Im Besonderen Teil möchten wir, dass Teams von zwei bis drei Personen die folgenden Bereiche bearbeiten und präsentieren (mitunter werden wir noch eine Auswahl treffen müssen):
1. Welche Gründe gibt es dafür, dass über eine Reform der Tötungsdelikte nachgedacht wird, und wie ist die Diskussion darüber in den letzten Jahren verlaufen?
2. Welche kriminellen „Steuersparmodelle“ haben die Öffentlichkeit in den letzten Jahren bewegt und vor welchen Schwierigkeiten steht eine effektive Verfolgung?
3. Mit welchen Instrumenten wird gegenwärtig Geldwäsche bekämpft und gibt es auf diesem Gebiet im Interesse der Effektivierung weiteren Regelungsbedarf?
4. Welche sozialschädlichen Erscheinungen im Internet (Cybercrime) werden in der Öffentlichkeit beklagt und inwiefern ist diesen Erscheinungen mit den Mitteln des Strafrechts beizukommen?
5. Bisher können sich in Deutschland nur natürliche Personen strafbar machen. Für breitflächige Schäden (Stichwort: Bankenkrise, Bestechungsskandale) werden aber (auch) Wirtschaftsunternehmen als solche, also juristische Personen, als verantwortlich angesehen. Gibt es daher Gründe und ist es verfassungsrechtlich überhaupt möglich, ein „Unternehmensstrafrecht“ einzuführen? Von welchen Kriterien soll die Strafbarkeit eines Unternehmens abhängen?
6. Ist Doping im Sport ein verwerfliches Verhalten, auf das neben sportlicher Kontrolle und Sanktionierung auch mit strafrechtlichen Sanktionen reagiert werden sollte?
7. Welche Gründe gibt es dafür, dass vom Gesetzgeber die Tätigkeit von sogenannten Sterbehilfeorganisationen unter Strafdrohung verboten worden ist?
8. Wie geht das Strafrecht und Strafverfahrensrecht an das Problem der Verfolgung von kriminellen und terroristischen Organisationen heran?
9. Was hat es mit § 103 StGB, der Kunst und den außenpolitischen Interessen Deutschlands auf sich?
10. Muss auf die rassistische/menschenfeindliche Motivation zur Begehung von Straftaten („Hasskriminalität“) in besonderer Weise reagiert werden?
11. Bestehen im bestehenden System des Sexualstrafrechts so genannte Schutzlücken gegenüber bestimmten Formen der sexuellen Nötigung und Gewalt?

Probleme des Verkehrsstrafrechts [anhand von Aktenfällen] (zusammen mit RA Thomas Noack, FA für Verkehrsrecht)
14.10. 14 – 18 Uhr / 15.10. 10 – 17 Uhr 21.10. 14 – 18 Uhr / 22.10. 10 – 17 Uhr
Jede/r von Ihnen kann von einem strafrechtlichen oder ordnungswidrigkeitsrechtlichen Verfahren betroffen sein oder ist davon schon einmal betroffen gewesen. Vielleicht sind Sie in Ihrer Eigenschaft als Studierende des Rechts auch schon einmal von Freunden, Familienmitgliedern oder Kollegen um Rat gebeten worden. Geschwindigkeitsüberschreitungen, Trunkenheitsfahrten, Drängeln, falsches Überholen oder Fahrerflucht sind allgegenwärtige Delikte mit Täter/inne/n aus allen sozialen Schichten. Obwohl diese Delikte das „tägliche Brot“ in der anwaltlichen Praxis sind, kommen sie in der Ausbildung deutlich zu kurz.
An einem Wochenende zu Beginn des Semesters wird Professor Herzog zunächst eine Einführung in das Verkehrsstrafrecht geben. Am zweiten Wochenende mit Herrn RA Noack werden wir unter Ihrer aktiven Beteiligung Akten aus seiner Praxis als Fachanwalt für Verkehrsrecht besprechen. Neben den Rechtsfragen wird Ihnen Herr RA Noack auch Einblicke in die praktische Vorgehensweise und strategische Überlegungen bei solchen Mandaten geben.
Das Format ist erprobt und hat allen Beteiligten immer viel Freude bereitet.

Powerpoint-Karaoke
Veranstaltung zur Schlüsselqualifikation
Obligatorische Vorbesprechung: Montag, 10.10.16 – 18.00 Uhr, GW 1 B 2130
Teilnehmerzahl auf 30 Studierende bgrenzt
danach jeweils Montag von 18.00 – 20.00 Uhr, GW 1 B 2130
Halten Sie eine Präsentation zum Thema X, Y oder Z.- Das ist eine Anforderung, die Sie vielleicht schon in der Schule bewältigen mussten, die Sie aber nun durch Ihr Studium (besonders den Schwerpunkt) und später im Berufsleben begleiten wird. Aber wie geht das eigentlich? Am besten lernt man das durch den Sprung ins kalte Wasser und an den Fehlern der Anderen.
Powerpoint-Karaoke ist ein auf der ganzen Welt verbreiteter „Sport“, den wir durch den trüben Winter hindurch betreiben wollen. Powerpoint-Karaoke bedeutet: Sie wählen eine unbekannte Powerpoint-Präsentation mit einem unbekannten Thema aus und los geht’s. Sie werden überrascht sein, was man so alles im Netz finden kann. Aus dem Stand, nur entlang der ppt-Folien, müssen Sie dann einen Vortrag entwickeln.
Lernen Sie mit viel Spaß spontan zu reden, Wissenslücken zu überspielen, mit den vorhandenen inhaltlichen Kenntnissen und sprachlichen Fähigkeiten zu improvisieren und ein Publikum für sich zu gewinnen.
Nach den Kriterien Folienbindung, Improvisationsgabe und sprachliche Fertigkeiten diskutieren wir anschließend zusammen ihre Präsentation.




Wissenschaftliche Tagung “Die tierschutzrechtliche Verbandsklage” an der Humboldt-Universität zu Berlin am 24. Juni 2016

Im Rahmen meines Engagements für den Tierschutz halte ich am 24. Juni 2016 an der Humboldt-Universität Berlin einen Vortrag zu dem Thema:
Dem Klagen der Tiere eine Stimme geben – Rechtsphilosophisches und Rechtspolitisches
Nähere Informationen find sie hier

www.tagungverbandsklage2016.de

Tiere können ihre Rechte auf eine würdige Existenz und respektvolle Behandlung nicht einklagen. Sie brauchen aber Anwältinnen und Anwälte, die ihrem Klagen eine Stimme geben und ihre Interessen auch vor Gerichten geltend machen können. Vor diesem Hintergrund haben mittlerweile sieben Bundesländer die tierschutzrechtliche Verbandsklage auf Landesebene eingeführt.
Mein Vortrag versucht, den Zusammenhang zur Entrechtung von Tieren und zu den Bestrebungen, die subjektiven Rechte von Tieren durchzusetzen, herzustellen.
In diesem Zusammenhang möchte ich auf meine jüngste Veröffentlichung “Nothilfe für Tiere?” in der Juristenzeitumg (JZ) 2016, 190 – 197, aufmerksam machen.




Sommersemester 2016 – Forschungssemester

Liebe Studierende,
ich freue mich darauf, Sie im Wintersemester 2016/17 wieder zu sehen. Sie erreichen mich im Sommersemester nur per e-mail. Ich habe keinen ständigen Internet-Zugang und Sie werden zunächst Abwesenheitsmeldung erhalten. Auf wichtige Anfragen antworte ich jedoch zeitnah,
Eine Ankündigung meiner Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2016/17 finden Sie hier ab Mitte Juni.




Danke für ein schönes Wintersemester 2015/2016

Das Wintersemester 2015/2016 hat mir besondere Freunde bereitet. Dafür möchte ich mich bei allen Studierenden herzlich bedanken. Durch Ihre konzentrierte und engagierte Mitwirkung haben Sie wesentlich zu dem flow der Vorlesung beigetragen.

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Eine große Freude haben Sie mir mit Ihrer Evaluation der Lehrveranstaltung gemacht. Ein solches positives feedback beflügelt. Die Ergebnisse der Evaluation finden Sie hierevaluation_StrR 15_16




Beginn der Lehrveranstaltung “Einführung in die gesamten Strafrechtswissenschaften” – ppt-Präsentationen

00.Vorlesungsübersicht WiSe 2015-2016
01.Das Phänomen Kriminalität – AKTUELL
03.Theorien über die Ursachen von Kriminalität – AKTUELL
04.Theorien über die Funktion des Strafrechts – AKTUELL
05.Das System strafrechtlicher Sanktionen – AKTUELL
02.Ablauf eines Strafverfahrens – AKTUELL
06. Das Strafgesetzbuch – AKTUELL
07. Der Verbrechensaufbau – AKTUELL
08. Der objektive Tatbestand – AKTUELL
09. Der subjektive Tatbestand – AKTUELL
Fall _Atemkontrolle
10. Die Rechtfertigung tatbestandsmäßigen Handelns – AKTUELL
11. Schuld als Voraussetzung der Strafbarkeit – AKTUELL
§ 20 StGB
12. Stadien der Verwirklichung einer Straftat – AKTUELL

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