Ankündigung meiner Lehrveranstaltungen für das Wintersemester 2016/17

Strafrecht III: Delikte gegen Eigentum/Vermögen; Anschlussdelikte; Delikte gegen kollektive Rechtsgüter und andere ausgewählte Bereiche des Besonderen Teils
mit Hausarbeit zum Abschluss des Semesters

Montag 12 – 14 Uhr und Dienstag 8 – 10 Uhr jeweils im HS 0070

Die Veranstaltung beginnt mit den häufigsten Delikten wie Diebstahl, Betrug (auch in der modernen Ausprägung des Computerbetrugs) und Unterschlagung. Es geht um Raub und raubähnliche Delikte, Erpressung sowie Delikte nach der Tat (Hehlerei, Begünstigung und Strafvereitelung). Sodannn beschäftigen wir uns mit Aussagedelikten und falscher Verdächtigung.
Aus den weiteren Delikten des Besonderen Teils möchte ich Ihnen wegen der praktischen Bedeutung und kriminalpolitischen Aktualität das Verkehrsstrafrecht, Brandstiftungsdelikte, Urkundenfälschung und Amtsdelikte sowie eine Einführung in das Sexualstrafrecht präsentieren.
Die Veranstaltung wird durch die Fallübung von Herrn Professor Dr. Gerhold begleitet.
Wir werden Ihnen weiterführende Arbeitsblätter und die Vorlesungsfolien online zur Verfügung stellen.
Das Semester schließt für Sie mit einer Semesterhausarbeit.
Als Lehrbücher empfehle ich Wessels/Hillenkamp, Strafrecht BT 2, oder Rengier, Strafrecht BT I und II, jeweils in der neuesten Auflage.

Einführung in die Kriminalpolitik (zusammen mit Prof. Dr. Ingeborg Zerbes)
Dienstag 16 – 18 GW 1 B 2130
Thema
Kein Tag ohne Skandal – kein Tag ohne den Ruf nach strafrechtlicher Aufarbeitung. Welche politischen Forderungen sind berechtigt oder: Was soll und was kann das Strafrecht leisten? In der Lehrveranstaltung soll eine kritische und sachliche Auseinandersetzung dazu stattfinden. Wir werden die bereits gefundenen oder erst vorgeschlagenen (straf-) gesetzlichen Lösungen, durch die bestimmte gesellschaftliche Missstände ausgeräumt werden sollen, hinterfragen.
Wir werden uns somit mit Kriminalpolitik beschäftigen. Sie bezeichnet einerseits die Auseinandersetzung in der Strafrechtwissenschaft darüber, inwiefern auf soziale Probleme mit Strafrecht reagiert werden soll und welche verfassungsrechtlichen Bindungen bestehen. Andererseits ist Politik mit Strafrecht und durch Strafrecht eine ständige Praxis politischer Kräfte. Zur Kriminalpolitik zählt dabei nicht nur die Frage, ob bestimmte Verhaltensweisen mit Strafe bedroht werden sollen, sondern auch, welche alternative Lösungen es geben könnte, wie das Strafverfolgungsrecht gestaltet werden soll, welche Arten von Strafen und welche Strafrahmen vorgesehen werden sollen, wie Bewährungshilfe gestaltet werden soll etc. Bei derartigen Fragen ist offensichtlich, dass eine belastbare Antwort auf der Kenntnis empirischer Grundlagen aufbaut.

Aufbau und konkreter Inhalt
Die Veranstaltung gliedert sich in einen Allgemeinen und einen Besonderen Teil. Der Allgemeine Teil wird wesentlich von uns beiden gestaltet – aber natürlich werden wir Sie intensiv einbeziehen. Den Besonderen Teil gestalten Sie durch intensive Vorbereitung und Präsentation eines Themas. Hierdurch erlangen Sie auch Ihre Prüfungsvorleistungen.
Im Allgemeinen Teil werden die Grundbegriffe und wesentlichen politisch-gesellschaftlichen Rahmenbedingungen von kriminalpolitischen Entwicklungen behandelt: Was heißt Kriminalpolitik und was sind ihre Methoden? Wir werden uns zunächst mit den Basics dieses Wissenschafts- und Politikfeldes befassen: mit dem Begriff der Kriminalpolitik, dem Strafverfassungsrecht, dem Verhältnis von Kriminalpolitik und Strafrechtsdogmatik, dem Verhältnis von Kriminalpolitik und allgemeiner Politik (z.B. Rechtspopulismus und „law and order“-Politik), dem Verhältnis von Kriminalpolitik und Medienöffentlichkeit.
Im Besonderen Teil möchten wir, dass Teams von zwei bis drei Personen die folgenden Bereiche bearbeiten und präsentieren (mitunter werden wir noch eine Auswahl treffen müssen):
1. Welche Gründe gibt es dafür, dass über eine Reform der Tötungsdelikte nachgedacht wird, und wie ist die Diskussion darüber in den letzten Jahren verlaufen?
2. Welche kriminellen „Steuersparmodelle“ haben die Öffentlichkeit in den letzten Jahren bewegt und vor welchen Schwierigkeiten steht eine effektive Verfolgung?
3. Mit welchen Instrumenten wird gegenwärtig Geldwäsche bekämpft und gibt es auf diesem Gebiet im Interesse der Effektivierung weiteren Regelungsbedarf?
4. Welche sozialschädlichen Erscheinungen im Internet (Cybercrime) werden in der Öffentlichkeit beklagt und inwiefern ist diesen Erscheinungen mit den Mitteln des Strafrechts beizukommen?
5. Bisher können sich in Deutschland nur natürliche Personen strafbar machen. Für breitflächige Schäden (Stichwort: Bankenkrise, Bestechungsskandale) werden aber (auch) Wirtschaftsunternehmen als solche, also juristische Personen, als verantwortlich angesehen. Gibt es daher Gründe und ist es verfassungsrechtlich überhaupt möglich, ein „Unternehmensstrafrecht“ einzuführen? Von welchen Kriterien soll die Strafbarkeit eines Unternehmens abhängen?
6. Ist Doping im Sport ein verwerfliches Verhalten, auf das neben sportlicher Kontrolle und Sanktionierung auch mit strafrechtlichen Sanktionen reagiert werden sollte?
7. Welche Gründe gibt es dafür, dass vom Gesetzgeber die Tätigkeit von sogenannten Sterbehilfeorganisationen unter Strafdrohung verboten worden ist?
8. Wie geht das Strafrecht und Strafverfahrensrecht an das Problem der Verfolgung von kriminellen und terroristischen Organisationen heran?
9. Was hat es mit § 103 StGB, der Kunst und den außenpolitischen Interessen Deutschlands auf sich?
10. Muss auf die rassistische/menschenfeindliche Motivation zur Begehung von Straftaten („Hasskriminalität“) in besonderer Weise reagiert werden?
11. Bestehen im bestehenden System des Sexualstrafrechts so genannte Schutzlücken gegenüber bestimmten Formen der sexuellen Nötigung und Gewalt?

Probleme des Verkehrsstrafrechts [anhand von Aktenfällen] (zusammen mit RA Thomas Noack, FA für Verkehrsrecht)
14.10. 14 – 18 Uhr / 15.10. 10 – 17 Uhr 21.10. 14 – 18 Uhr / 22.10. 10 – 17 Uhr
Jede/r von Ihnen kann von einem strafrechtlichen oder ordnungswidrigkeitsrechtlichen Verfahren betroffen sein oder ist davon schon einmal betroffen gewesen. Vielleicht sind Sie in Ihrer Eigenschaft als Studierende des Rechts auch schon einmal von Freunden, Familienmitgliedern oder Kollegen um Rat gebeten worden. Geschwindigkeitsüberschreitungen, Trunkenheitsfahrten, Drängeln, falsches Überholen oder Fahrerflucht sind allgegenwärtige Delikte mit Täter/inne/n aus allen sozialen Schichten. Obwohl diese Delikte das „tägliche Brot“ in der anwaltlichen Praxis sind, kommen sie in der Ausbildung deutlich zu kurz.
An einem Wochenende zu Beginn des Semesters wird Professor Herzog zunächst eine Einführung in das Verkehrsstrafrecht geben. Am zweiten Wochenende mit Herrn RA Noack werden wir unter Ihrer aktiven Beteiligung Akten aus seiner Praxis als Fachanwalt für Verkehrsrecht besprechen. Neben den Rechtsfragen wird Ihnen Herr RA Noack auch Einblicke in die praktische Vorgehensweise und strategische Überlegungen bei solchen Mandaten geben.
Das Format ist erprobt und hat allen Beteiligten immer viel Freude bereitet.

Powerpoint-Karaoke
Veranstaltung zur Schlüsselqualifikation
Obligatorische Vorbesprechung: Montag, 10.10.16 – 18.00 Uhr, GW 1 B 2130
Teilnehmerzahl auf 30 Studierende bgrenzt
danach jeweils Montag von 18.00 – 20.00 Uhr, GW 1 B 2130
Halten Sie eine Präsentation zum Thema X, Y oder Z.- Das ist eine Anforderung, die Sie vielleicht schon in der Schule bewältigen mussten, die Sie aber nun durch Ihr Studium (besonders den Schwerpunkt) und später im Berufsleben begleiten wird. Aber wie geht das eigentlich? Am besten lernt man das durch den Sprung ins kalte Wasser und an den Fehlern der Anderen.
Powerpoint-Karaoke ist ein auf der ganzen Welt verbreiteter „Sport“, den wir durch den trüben Winter hindurch betreiben wollen. Powerpoint-Karaoke bedeutet: Sie wählen eine unbekannte Powerpoint-Präsentation mit einem unbekannten Thema aus und los geht’s. Sie werden überrascht sein, was man so alles im Netz finden kann. Aus dem Stand, nur entlang der ppt-Folien, müssen Sie dann einen Vortrag entwickeln.
Lernen Sie mit viel Spaß spontan zu reden, Wissenslücken zu überspielen, mit den vorhandenen inhaltlichen Kenntnissen und sprachlichen Fähigkeiten zu improvisieren und ein Publikum für sich zu gewinnen.
Nach den Kriterien Folienbindung, Improvisationsgabe und sprachliche Fertigkeiten diskutieren wir anschließend zusammen ihre Präsentation.