Meine Veranstaltungen im Wintersemester 2017/2018

Einführung in die gesamte Strafrechtswissenschaft
Prof. Dr. Felix Herzog
VAK 06-027-1-103
Mo 14 – 16 / Mi 10 -12 HS0070

Die Veranstaltung soll eine erste Orientierung über das Phänomen “Kriminalität” und seine Verarbeitung durch das Kriminaljustizsystem bieten. Es geht im ersten Modul (bis Ende November) um die Korrektur von Medieneindrücken und Alltagstheorien über Verbrechen und Strafen; Theorien über die Ursachen von Kriminalität und über die Wirkungsweise des Strafrechts; die Freiheitsstrafe und das Gefängnis als Institution.
Im zweiten Modul lernen Sie nach einem Überblick zu Aufbau und Inhalt des StGB zunächst die verschiedenen Formen strafbaren Handelns und sodann die Methode der strafrechtlichen Falllösung kennen. Zu der Vorlesung wird ein abgestimmtes Lehrprogramm in Kleingruppen angeboten.

Einführung in die Kriminalpolitik
Prof. Dr. Felix Herzog
VAK 06-027-7-750
Mo 16 – 18 B 1070

Die Veranstaltung gliedert sich in einen Allgemeinen und einen Besonderen Teil. Der Allgemeine Teil wird von mir präsentiert, der Besondere Teil wird durch Recherchen und Präsentationen der Studierenden gestaltet.
Im Allgemeinen Teil werden die Grundbegriffe und wesentlichen politisch-gesellschaftlichen Rahmenbedingungen kriminalpolitischer Entwicklungen behandelt: Was ist Kriminalpolitik?; Verhältnis von Kriminalpolitik und Strafrechtsdogmatik; Verhältnis von Kriminalpolitik und allgemeiner Politik; Verhältnis von Kriminalpolitik und Medienöffentlichkeit; Perspektiven der Kriminalpolitik in Deutschland und Europa.
Im Besonderen Teil sollen exemplarisch die folgenden Felder der Kriminalpolitik von Ihnen vorgestellt werden:
1.) Welche Gründe haben zu den Forderungen nach einer Verschärfung des Sexualstrafrechts geführt? Wie sind diese Verschärfungen 2016 umgesetzt worden?
2.) Warum und in welcher Weise sollte der Mordtatbestand reformiert werden? Woran ist diese Reform gescheitert?
3.) In welchem (straf)rechtlichen Rahmen bewegt sich heute die Sterbehilfe? Besteht hier – auch mit Blick auf andere Länder – Reformbedarf?
4.) Sollte der Erwerb und Besitz von Cannabis verboten und unter Strafe gestellt sein? Was ist von Modellen „Cannabis als Medizin“ zu halten?
5.) Welche Mittel werden zur Bekämpfung des (islamistischen) Terrorismus benötigt und welche rechtsstaatlichen Grenzen hat die Terrorismusbekämpfung?
Für den Besonderen Teil wünsche ich mir studentische Expert(inn)en-Teams von je 4 Personen, die die Themen nach einer Vorbesprechung mit mir vorbereiten und präsentieren.

Unabhängigkeit der Richters
Präs. des HansOLG Bremen a.D. Wolfgang Arenhövel /Prof. Dr. Felix Herzog
VAK 06-027-7-759
Blockveranstaltung

Art. 97 Abs. 1 GG bestimmt:
(1) Die Richter sind unabhängig und nur dem Gesetze unterworfen.
Die richterliche Unabhängigkeit gilt – mit ihren Wurzeln in den Ideen der Gewaltenteilung, der Bindung des Richters an das Gesetz und der Trennung von Macht und Recht – als ein Grundpfeiler einer rechtsstaatlichen Rechtsordnung. Jede(r) Bürger/in soll die Sicherheit haben, dass über seinen Fall nicht nach gesellschaftlich mächtigen Interessen und politischen Vorgaben entschieden wird, sondern dass ein neutrales Gericht über den Fall nach Recht und Gesetz entscheidet. Die richterliche Unabhängigkeit besteht im Interesse der Rechtssuchenden, ist also kein Grundrecht und kein Standesprivileg der Richter. Allerdings gehört der Grundsatz der sachlichen und persönlichen Unabhängigkeit zu den hergebrachten Grundsätzen des richterlichen Amtsrechts gemäß Art. 33 Abs. 5 GG und räumt dem Richter daher ein grundrechtsähnliches Individualrecht ein, das ihn vor Eingriffen in seine richterliche Tätigkeit schützt.
Das Seminar soll sich mit den theoretischen Grundlagen und den praktischen Folgen dieser Ausgestaltung des Richteramts beschäftigen.

AT reloaded: Grenzfälle und Highlights
aus dem Allgemeinen Teil des Strafrechts

Prof. Dr. Felix Herzog / Prof. Dr. Ingeborg Zerbes
VAK 06-027-7-756
Blockveranstaltung

Der Allgemeine Teil des Strafrechts wurde in den 1970er-Jahren entwickelt, die Grundlagen gehen auf das Ende des 19. Jahrhunderts zurück.
Time has changed: Unser Leben und ist komplexer geworden, es gibt neue Risiken – Stichwort: technische Entwicklung –, menschliches Verhalten geht über die Staatsgrenzen hinaus, Krisenherde bleiben nicht regional sondern haben globale Auswirkungen. Eignet sich die alte strafrechtliche Zurechnungslehre überhaupt noch, um diese moderne Entwicklungen zu erfassen?
Unsere sehr verschiedenen Themen lassen sich unter dieser Fragestellung zusammenfassen, z.B.
- Zurechnung des Verhaltens einer Gruppe zu einzelnen Mitgliedern dieser Gruppe;
- die Strafbarkeit des Unternehmens als solches;
- Moderne Grenzen zwischen Vorsatz und Fahrlässigkeit bei komplexen Abläufen (z.B. in der Medizin);
- Schuldbegriff und aktuelle Ergebnisse der Hirnforschung;
- etc.
Termine und Ort
Vorbesprechung: N.N.
Weitere Termine und Orte: 25.1.-27.1., GW 1 C 2320

(in Kooperation mit dem Lehrstuhl Herzog)
Probleme des Verkehrsstrafrechts [anhand von Aktenfällen]
RA Thomas Noack, FA für Verkehrsrecht
VAK 06-027-7-753
Blockveranstaltung
Jede/r von Ihnen kann von einem strafrechtlichen oder ordnungswidrigkeitsrechtlichen Verfahren betroffen sein oder ist davon schon einmal betroffen gewesen. Vielleicht sind Sie in Ihrer Eigenschaft als Studierende des Rechts auch schon einmal von Freunden, Familienmitgliedern oder Kollegen um Rat gebeten worden. Geschwindigkeitsüberschreitungen, Trunkenheitsfahrten, Drängeln, falsches Überholen oder Fahrerflucht sind allgegenwärtige Delikte mit Täter/inne/n aus allen sozialen Schichten. Obwohl diese Delikte das „tägliche Brot“ in der anwaltlichen Praxis sind, kommen sie in der Ausbildung deutlich zu kurz.
Neben den Rechtsfragen wird Ihnen Herr RA Noack auch Einblicke in die praktische Vorgehensweise und strategische Überlegungen bei solchen Mandaten geben.