Meine Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2018

Strafrecht Allgemeine Lehren einschließlich Strafrechtsschutz von Leben und Gesundheit
Vorlesung (mit SAK) – Mo 8 – 10 / Di 10 – 12 Uhr GW1 HS 0070

Die Veranstaltung bietet einen intensiven Durchgang der allgemeinen Lehren strafrechtlicher Zurechnung. Entsprechend der Systematik des Straftatsystems werden Kausalität und objektive Zurechnung, Vorsatz und Fahrlässigkeit, die Rechtfertigungs- und Entschuldigungsgründe, die Irrtumslehre, die Probleme strafbaren Unterlassens, Versuch und Rücktritt vom Versuch sowie Täterschaft und Teilnahme mit Blick auf die Delikte gegen das Leben und die körperliche Unversehrtheit behandelt.
Dabei soll durch Norm- und Fallbezüge aus dem Bereich des Strafrechtsschutzes von Leben und Gesundheit verdeutlicht werden, dass es sich bei der Strafrechtsdogmatik nicht um gedankliche Turnübungen handelt, sondern dass die unterschiedlichen Positionen in Streitfragen für die Zurechnung strafrechtlicher Verantwortlichkeit weitreichende Konsequenzen haben können. Dies zeigt sich an Beispielsfeldern wie der Beteiligung an Tötungsdelikte, der sogenannten Sterbehilfe und der Abgrenzung von Vorsatz und Fahrlässigkeit sowie der Kausalität bei unerwarteten Geschehensabläufen.

Sport und (Straf-) Recht (zusammen mit RA Dr. Lars Figura)
Do 18 – 20 Uhr GW 1 A 1260

Die Veranstaltung richtet sich an Studierende mit dem strafrechtlichen Schwerpunkt. Es besteht die Möglichkeit, einen Seminarschein oder eine sonstige Prüfungsleistung nach § 31 PO zu erwerben. Dazu ist die fachliche Qualifikation durch Erbringung eines Leistungsnachweises in Form einer mündlichen Präsentation, die durch visuelle Medien unterstützt werden kann, sowie ggf. einer schriftlichen Bearbeitung des Themas nachzuweisen.
RA Dr. Lars Figura bringt aus seiner Zeit als deutscher Spitzenathlet besondere Innenansichten der Sportwelt und durch seine Promotion zum Doping besondere sport(straf)rechtliche Kenntnisse mit. Er hat auf diesem Feld weitere Publikationen vorgelegt und ist in entsprechenden Fachgremien aktiv.
Wenn Sie sich einmal überlegen, wie viele Phänomene des Sports mittlerweile in rechtliche Zusammenhänge eingebunden sind, sollte Ihnen schnell die (expandierende) Bedeutung des Themas klar sein. In den USA hat sich mittlerweile eine Anwaltssparte Sports & Entertainment fest etabliert.
Die Themen betreffen die Frage nach der strafrechtlichen Relevanz von Verhaltensweisen, die im Sport – gleich ob erwünscht oder unerwünscht – einige Üblichkeit aufweisen: von der Korruption bei der Vergabe von Sportveranstaltungen, über das Phänomen des Dopings, den Sportwettenbetrug und die Ergebnismanipulation, weiter über Sportverletzungen durch Dritteinwirkung (bei regelwidrigem Verhalten oder übermäßiger Härte) bis hin zu Fan-Krawallen mit Roheitsdelikten oder Hassparolen
Herausragenden Studierenden wird die Möglichkeit zur Teilnahme an einem internationalen Wochenendseminar zur Thematik geboten.

Masterstudiengang EMMA Entscheidungsmanagement – Modul 10: Entscheiden im Recht; geschlossene Blockveranstaltungen in der Akademie für Weiterbildung der Universität Bremen

Hauptziel des Moduls ist es, den Studierenden juristische Entscheidungsprozesse zu vermitteln und ihnen so im Beruf die Kooperation mit Juristen – sei es in der Rechtsabteilung oder bei Gericht – zu erleichtern.
In diesem Modul werden juristische Entscheidungsprozesse verschiedenen Perspektiven beleuchtet:
I. Einführung in die juristische Entscheidungsfindung
Hier geht es darum, die juristische Tätigkeit und Arbeitsweise vorzustellen. Dogmatik, Auslegungstechnik und Gutachtenstil prägen die juristischen Denk- und Argumentationsmuster (z. B. Verhältnismäßigkeitsprüfung, Analogieschluss, Gewichtung von Argumenten). Dies wird an Beispielen aus dem Zivil-, Straf- und Öffentlichem Recht dargestellt. Dabei wird das Zusammenspiel von dogmatischer Lösungsfindung mit Vorverständnissen, individuellen und institutionellen Interessen sowie dem gesellschaftlichen Kontext von Entscheidungen verdeutlicht.
II. Recht im sozialen und politischen Kontext
Entgegen einer vielfach bei Laien und auch in der Rechtswissenschft anzutreffenden Fehlvorstellung erschöpft sich Rechtsfindung nicht in der Subsumtion eines Sachverhalts unter eine gesetzliche Norm (entscheidende Person als »Subsumtionsautomat«). Dieses positivistische Rechtsverständnis ist auf dem Rückzug. Vielmehr muss Entscheidungstätigkeit heute in einer Reihe von politischen, ökonomischen und ideologischen Zusammenhängen betrachtet werden, die weit über die nationale Rechtsordnung hinausreichen.

Grundprobleme der Normsetzungslehre (im Masterstudiengang MAKE Komplexes Entscheiden) Mo 10 – 12 Uhr GW1 B 1120 + Block am 31.5./1.6. jeweils von 10 – 18 Uhr

Die Veranstaltung zur Einführung in die Normsetzungslehre geht der Frage nach, wie im Rechtsstaat auf soziale Probleme reagiert werden kann und wie gesellschaftliche Gestaltungen vorgenommen werden können. In einem rechtlichen Zusammenhang, der sich über mehrere Ebenen von europäischen Vorgaben über den verfassungsrechtlichen Rahmen bis hin zu den unterschiedlichen nationalen Rechtsgebieten erstreckt, müssen Normen heute mit sehr komplexen Rücksichten gestaltet und umgesetzt werden. Hinzu kommt, dass sich an gesellschaftlichen Debatten über inhaltlich »richtige« und in der Umsetzung effektive Normen neben den Parteien zahlreiche Interessengruppen und die Öffentlichkeit unter Einbeziehung der Medien beteiligen.
Rechtstheoretisch wird diese schwierige Situation durch Debatten darüber verschärft, welche Regulierungsmethoden überhaupt zur Verfügung stehen und ob nicht der klassische Normsetzungsmodus der Gesetzgebung überstrapaziert wird oder gar überholt ist. So sind in den letzten Jahrzehnten verstärkt Selbstregulierung und Selbstverpflichtung, die Ersetzung von Regulierung durch Transparenz oder zivilgesellschaftliche soziale Kontrolle propagiert worden.
In dem ersten Block unserer Veranstaltung möchte ich Ihnen zunächst die Begriffe und Konzepte der Normsetzungslehre präsentieren. Im Anschluss daran gebe ich Ihnen einen längeren Text zur Nachbereitung.
In dem zweiten Block möchte ich mit Ihrer Unterstützung 9 Beispielsfelder aus Bereichen, in denen es konkrete Regulierungen gibt oder Regulierungen gefordert werden, besprechen. Jeweils eine Gruppe von max. 4 Personen soll uns das Feld präsentieren, damit wir im Anschluss Regulierungsoptionen diskutieren können. Die Felder liegen weit auseinander, erlauben es aber jeweils in die Breite zu diskutieren:
1. Sollte der Konsum von Cannabis verboten und unter Strafe gestellt sein?
2. Gibt es bestimmte (radikale/fundamentalistische) Formen des Glaubens, die an die Grenzen der Religionsfreiheit stoßen und durch Sicherheitsbehörden überwacht werden sollten?
3. Ist Doping im Sport ein verwerfliches Verhalten, auf das neben sportlicher Kontrolle und Sanktionierung auch mit staatlicher Sanktionierung reagiert werden sollte?
4. Muss das Angebot sexueller Dienstleistungen (Prostitution) staatlicher Kontrolle und Reglementierung unterworfen werden?
5. In welcher Weise sollte auf die offenkundigen Missstände in der Massentierhaltung (Beispiel: Geflügelhaltung) reagiert werden?
6. Welche Gründe gibt es dafür, dass die kommerzielle Hilfe zur Beendigung des Lebens bei schweren Krankheiten verboten worden ist?
7. Wie lässt sich das Angebot von Waren, die unter ausbeuterischen und gesundheitsgefährdenden Umständen produziert werden (Beispiel: Textilindustrie), verhindern?
8. Wie kann gesichert werden, dass Frauen in geschlechtergerechter Weise auf den Führungsebenen von Unternehmen vertreten sind?
9. Wer und in welcher Weise soll gegen hetzerische und menschenverachtende Posts in sozialen Netzwerken vorgehen?

Examensklausurenkurs (zusammen mit Prof. Buchner / Prof. Fischer-Lescano) Ort und Zeit der Klausurentermine und Besprechungen entnehmen Sie bitte der homepage des Fachbereichs

Im EKK erhalten Sie die Gelegenheit, Klausuren zu schreiben, die in ihrem Schwierigkeitsgrad und den Fallkonstellationen einem Querschnitt der zurückliegenden Termine im Staatsexamen entsprechen. Ihre Klausuren werden nach den Maßstäben des Examens korrigiert und ausführlich von mir besprochen. Da nach einem Erfahrungswert der Examenserfolg mit der Zahl Ihrer Probeklausuren steigt, sollten Sie diese Gelegenheit unbedingt wahrnehmen.